Gelungener Auftakt zur Programmreihe „Ordentlich schlampig – Lebensraum für Tiere und Pflanzen“

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„Das Zauberwort: naturnah!“ Mit einer gemeinsamen Radtour, fachlichen Einblicken vor Ort und großem Interesse der Teilnehmenden ist am Sonntag, 26.04.2026 die zweite Runde der Programmreihe „Ordentlich schlampig – Lebensraum für Tiere und Pflanzen“ erfolgreich gestartet. Der Auftakt verband Information, Bewegung und unmittelbares Naturerleben – und machte eindrucksvoll sichtbar, wie Biodiversität durch gezielte, naturnahe Maßnahmen direkt vor unserer Haustür gefördert werden kann.

Eröffnet wurde die Veranstaltung am Umweltinformationszentrum Lindenhof durch persönliche Grußworte von Landrat Florian Wiedemann und Oberbürgermeister Thomas Ebersberger. Beide betonten die große Bedeutung naturnaher Gestaltung für Artenvielfalt, Lebensqualität und eine klimaangepasste Entwicklung in Stadt und Landkreis Bayreuth. In seinem Grußwort unterstrich Landrat Wiedemann, dass Artenvielfalt keine Perfektion brauche, sondern: „Vielfalt und manchmal auch den Mut, Dinge einfach wachsen und auch liegen zu lassen“. Mit einer Adaption eines von Joseph von Eichendorffs zitierten Gedichtes („Schläft ein Lied in allen Dingen, die da träumen fort und fort, und die Welt hebt an zu singen, triffst du nur das Zauberwort“) brachte er die Leitidee des Projekts auf den Punkt: 

„Unser Zauberwort kann heute ganz praktisch heißen: naturnah!“

Im Anschluss startete die Radtour, die bewusst als zentrales Element des Auftakts gewählt wurde. Sie verband unterschiedliche Stationen miteinander und ermöglichte es den Teilnehmenden, ökologische Maßnahmen nicht nur theoretisch kennenzulernen, sondern sie direkt im Stadtraum und in der Landschaft zu erleben.

Eine erste fachliche Station führte zu den neu angelegten Teichen im Bayreuther Süden. Robert Pfeifer vom Stadtgartenamt der Stadt Bayreuth erläuterte dort anschaulich, wie durch wasserbauliche und landschaftsplanerische Maßnahmen neue aquatische Lebensräume entstehen. Seine Ausführungen zeigten, dass solche Projekte langfristige Prozesse sind, die Planung, Geduld und kontinuierliche ökologische Begleitung erfordern – zugleich aber einen hohen Aufenthalts- und Verweilwert für alle Bürgerinnen und Bürger haben und ebenso einen hohen Mehrwert für Amphibien, Insekten und weitere Tierarten bieten.

Im Schlosspark Fantaisie stand eine Blühfläche im Fokus. Thomas Pickel von Die Summer e. V. machte deutlich, welches Potenzial in extensiv gepflegten Wiesen steckt: „Ein wahres Paradies und eine große Vielfalt an Pflanzen und Insekten sind hier zu entdecken und viele positive Effekte entfalten sich.“ Solche Flächen sind nicht nur optisch attraktiv, sondern wichtige Trittsteine im Biotopverbund und ein zentraler Baustein für stabile Insektenpopulationen.

Der Abschluss der Radtour führte in den Ökologisch-Botanischen Garten der Universität Bayreuth (ÖBG). Dort wurde erstmals eine digitale Karte vorgestellt, die künftig „ordentlich schlampige“ Orte, Projektstandorte und Maßnahmen in Stadt und Landkreis Bayreuth bündeln und öffentlich zugänglich machen wird. Sie soll Transparenz schaffen, Wissen teilen und zur Nachahmung anregen. Den inhaltlichen Schlusspunkt setzte eine Führung durch die Ausstellung „Ordentlich schlampig – Lebensraum für Tiere und Pflanzen“, bei der Elisabeth Obermeier (ÖBG) zeigte, wie naturnahe Strukturen gezielt gestaltet werden können, um die Biodiversität dauerhaft zu fördern.

Konzipiert und umgesetzt wurde die Auftaktveranstaltung von Monika Pellkofer (Regionalmanagement Landkreis Bayreuth) und Eva Rundholz (Regionalmanagement Stadt Bayreuth). Ziel war es, nicht nur über Artenvielfalt zu sprechen, sondern funktionierende Beispiele sichtbar zu machen und den direkten Austausch zwischen Fachleuten, Engagierten und interessierten Bürgerinnen und Bürgern zu ermöglichen.

Getragen wird das Projekt von einem starken Netzwerk aus über 25 Kooperationspartnerinnen und -partnern aus Stadt und Landkreis Bayreuth, darunter unter anderem das Umweltinformationszentrum Lindenhof, der Ökologisch-Botanische Garten der Universität Bayreuth, das Stadtgartenamt, die Kreisfachberatung für Gartenkultur und Landespflege, Die Summer e. V., Umwelt- und Naturschutzverbände, Kommunen, Vereine und zahlreiche weitere Initiativen. Dieses breite Bündnis ist die Grundlage dafür, dass Maßnahmen fachlich fundiert, praxisnah und übertragbar umgesetzt werden können.

Mit dem gelungenen Auftakt ist der Startschuss für ein umfangreiches Rahmenprogramm gefallen: Über 70 Veranstaltungen von April bis Oktober 2026 laden dazu ein, naturnahe Lebensräume kennenzulernen, selbst aktiv zu werden und die Region Bayreuth gemeinsam wilder und bunter zu gestalten.

Alle Termine und Informationen unter: www.region-bayreuth.de (Programmreihe „Ordentlich schlampig – Lebensraum für Tiere und Pflanzen“)

Förderung

Das Projekt wird unter dem Fokus Naturressourcen mit Regionalmanagementmitteln für die Region Bayreuth aus dem Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie gefördert.

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